der Zahn der Zeit - Teil 2
60 Kilo leichter und ein komplett neuer Plan
Im ersten Teil dieser Reihe stand ich vor der Frage, ob ich meinen gezeichneten Ducato ersetzen oder noch einmal grundlegend überarbeiten sollte. Die Entscheidung ist gefallen: Der Bus bleibt.
Er soll leichter, minimalistischer und wieder ansehnlich werden. Inzwischen sind die ersten Arbeiten erledigt – und meine ursprünglichen Pläne haben sich bereits verändert.
Im ersten Teil dieser Reihe stand ich vor der Frage, ob ich meinen gezeichneten Ducato ersetzen oder noch einmal grundlegend überarbeiten sollte. Die Entscheidung ist gefallen: Der Bus bleibt.
Es geht in die Werkstatt
Im Juni 2022 musste der Ducato zum TÜV. Da ich keine Zeit hatte, mich selbst darum zu kümmern, brachte ich ihn in eine Werkstatt, die mir empfohlen worden war.
Wenn der Bus schon einmal dort stand, konnte gleich etwas mehr erledigt werden: ein großer Service, die notwendigen Arbeiten für den TÜV sowie die Demontage von Dachträger und Markise. Zusätzlich bat ich um einen Kostenvoranschlag für die Reparatur des Streifschadens an der Fahrzeugseite.
Einige Tage später konnte ich den Ducato wieder abholen. Die Werkstatt hatte meinen Auftrag ordentlich ausgeführt und zusätzlich die verschlissenen Bremsen erneuert.
Bereits auf der Heimfahrt fühlte sich der Bus anders an. Er wirkte agiler, wankte weniger und reagierte direkter. Dachträger und Markise brachten zusammen ungefähr 60 Kilogramm auf die Waage – und das an der höchstmöglichen Stelle des Fahrzeugs.
Seitdem zeigt sich außerdem ein deutlich niedrigerer Verbrauch. Momentan komme ich auf ungefähr 7,5 Liter pro 100 Kilometer. Ob das ausschließlich am entfernten Dachaufbau liegt, lässt sich natürlich nicht sicher sagen. Die Gewichtsreduzierung und der geringere Luftwiderstand dürften aber ihren Teil dazu beitragen.
Klarer Blick für den Ducato
Die Werkstatt machte mich außerdem auf die stark vergilbten Scheinwerfer aufmerksam. An einem freien Tag rückte ich ihnen deshalb mit Schleifpapier und Poliermaschine zu Leibe.
Zunächst schliff ich die vergilbte Oberfläche mit 800er Nassschleifpapier ab. Anschließend polierte ich die Scheinwerfer mit einem handelsüblichen Set für Akkuschrauber beziehungsweise Bohrmaschine wieder auf Hochglanz.
Das Ergebnis kann sich aus etwas Entfernung durchaus sehen lassen. Bei genauer Betrachtung erkennt man allerdings zahlreiche feine Risse im Kunststoff. Ohne eine neue Schutzschicht werden die Scheinwerfer vermutlich ebenfalls relativ schnell wieder matt.
Langfristig werde ich sie deshalb wohl durch neue ersetzen.
Versicherung und Lackierung
Bei der Regulierung des Unfallschadens ging es dagegen nur langsam voran. Auch Wochen später hatte ich noch keine Entschädigung von der gegnerischen Versicherung erhalten.
Auf Empfehlung ließ ich im August ein Gutachten erstellen und übergab den Fall anschließend einem Rechtsanwalt. Offenbar ist dieser Umweg selbst bei einer scheinbar eindeutigen Sachlage notwendig.
Parallel dazu holte ich mehrere Angebote für eine zweifarbige Komplettlackierung ein. Die Preise lagen zwischen 5.000 und 10.000 Euro – jeweils nur für die Außenlackierung. Innenseiten der Türen, Motorhaube und weitere verdeckte Bereiche waren darin nicht enthalten.
Das ist viel Geld. Andererseits wäre eine ordentliche Lackierung der sichtbarste Schritt auf dem Weg zu einem Ducato, der wieder zu mir passt.
Was ist im Innenraum passiert?
Damit der Karosseriebauer später vernünftig arbeiten kann, habe ich zunächst das Bett und die Stauboxen ausgebaut.
Dabei wurde mir noch einmal bewusst, wie schwer mein bisheriger Möbelbau tatsächlich ist. Fast alles besteht aus 15 Millimeter starkem Birke-Multiplex. Das Material ist stabil, für einen leichten Camperausbau aber nicht unbedingt die beste Wahl.
Eine Möglichkeit wäre, große Bereiche aus den vorhandenen Platten herauszufräsen. Nach meinen Recherchen ließen sich dadurch ungefähr 30 Prozent Gewicht einsparen. Der Aufwand wäre allerdings beträchtlich: Ich bräuchte eine Oberfräse, müsste Schablonen anfertigen und würde trotzdem mit dem alten Grundkonzept weiterarbeiten.
Mittlerweile denke ich deshalb über einen vollständigen Neubau nach.
Bei vielen Offroad-Campern besteht die Möbelkonstruktion aus Aluminiumprofilen, die anschließend mit leichten Platten verkleidet werden. Mein derzeitiger Favorit ist eine Kombination aus schwarz eloxierten 20×20-Millimeter-Profilen und sechs Millimeter starken Sperrholzplatten.
Damit ließe sich ein leichter, stabiler und optisch interessanter Innenausbau realisieren. Die ersten Entwürfe entstehen bereits in SketchUp.
Auch der Grundriss steht wieder zur Diskussion
Im ersten Teil hatte ich noch geschrieben, dass der bisherige Grundriss erhalten bleiben soll. Inzwischen bin ich mir da nicht mehr sicher.
Der Ducato soll künftig nicht nur als Camper dienen. Ich möchte auch größere Gegenstände oder vielleicht sogar ein Motorrad transportieren können. Mit der quer eingebauten Sitz- und Bettgruppe ist das momentan praktisch unmöglich.
Der neue Ausbau muss deshalb leichter und flexibler werden. Wie genau die Lösung aussehen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist nur: Einfach den bisherigen Möbelbau in leichterem Material nachzubauen, wäre vermutlich zu kurz gedacht.
Um dem Karosseriebauer die Arbeit zu erleichtern, habe ich das Bett sowie die Stauboxen ausgebaut. Meine Güte, sind die Möbelteile schwer. Na klar, ich hatte damals alles aus 15mm Birke Multiplex gebaut, und das ist nicht besonders leicht. Nun überlege ich, wie den Ausbau erheblich leichter machen kann. Klar, ich könnte Holzteile ausfräsen, was nach Recherchen etwa 30% Gewichtsverlust bringen könnte. Aber der Aufwand dafür wäre recht hoch und ich müsste mir eine Oberfräße kaufen und Schablonen bauen.
Was geht es mit dem Bus weiter?
Die Entscheidung für einen Neuaufbau ist gefallen – allerdings etwas anders als ursprünglich geplant.
Am 5. Oktober reise ich wieder nach Thailand. Dadurch hat der Lackierer genügend Zeit, sich ohne Termindruck um den Ducato zu kümmern.
Nachdem ich bereits Angebote aus Hermeskeil und Leverkusen eingeholt hatte, stellte ich den Wagen zusätzlich bei einem jungen Unternehmen in meinem Wohnort vor. Das Angebot war nicht das günstigste, hat mich aber insgesamt am meisten überzeugt.
Am 4. Oktober wird der Ducato dort abgegeben. Sämtliche Karosserieschäden sollen beseitigt und das Fahrzeug anschließend außen im ursprünglichen Farbton neu lackiert werden.
Die farblichen Akzente folgen später mit Folie. Damit bleibt genügend Spielraum für das auffällige Design, das ich mir vorgestellt habe – und ich muss mich noch nicht sofort endgültig festlegen.
Der erste große Schritt ist damit beschlossen. Wie der Ducato nach der Lackierung aussieht und welche Überraschungen dabei noch auf mich warten, folgt im nächsten Teil.
Hättest du den alten Ausbau weiterverwendet oder ebenfalls komplett neu geplant? Schreib mir deine Meinung gerne in die Kommentare.
Hallo Kollege.
Habe deinen Blog gerade gelesen ,da hast du ja einiges vor, ich wünsche dir ein gutes Gelingen und viel Spaß!!!, im Urlaub und danach.LG Philipp
Hi Philipp, vielen lieben Dank und alles Gute und Grüße an die Kollegen. Ich werde demnächst mit dem Rad von Zentral Thailand in die nördlichen Provinzen starten und hier darüber schreiben. Bis dann LG