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Pimp my bicycle... 2

mein stahlrad geht in die nächste runde

Ein kurzer Rückblick

Im April 2022 hatte ich mein altes Stahl-Tourenrad, das ich gerne „Eisenschwein“ nenne, umgebaut. Dabei habe ich mich hauptsächlich auf den Antrieb konzentriert und das Rad mit einer modernen Shimano SLX 2×11-Gruppe aufgerüstet. 

Nach dem Umbau bin ich sehr zufrieden mit der neuen Schaltgruppe unterwegs gewesen, habe aber nach wenigen Wochen das 36er-Kettenblatt gegen ein 38er getauscht. Mit diesem kleinen Eingriff wurden die schnellen Gänge noch etwas flotter.

neue Laufräder

Seitdem sind etwas mehr als vier Jahre vergangen. Im Grunde bin ich mit meinem alten Rad super zufrieden, dennoch gibt es ein paar Dinge, die unbedingt angegangen werden müssen. In erster Linie meine ich damit meine Laufräder. Als ich das Rad 2016 aufbaute, war es für lange Radtouren mit Gepäck gedacht. Also habe ich relativ stabile Laufräder in Auftrag gegeben.

Stabil bedeutet in den meisten Fällen aber auch schwer. Der jetzige Laufradsatz besteht aus massiven Rigida Andra Felgen, die mit 2-mm-Nirospeichen in einen SON-Nabendynamo und eine Novatec Superlight Hinterradnabe eingespeicht wurden. Zusammen mit den 47er Schwalbe Smart Sam Drahtreifen hat diese Kombination die Anmutung eines Panzers – und wird jetzt ausgetauscht.

Da sich mein Anwendungsprofil geändert hat und Radreisen mit schwerem Gepäck nicht mehr im Vordergrund stehen, entferne ich die Gepäckträger. Ich setze in Zukunft auf deutlich leichtere Laufräder. Genau für diesen Zweck habe ich einen Custom-Laufradsatz bestellt. Diesmal werkeln die Novatec Superlight Naben vorne und hinten. Als Felgen habe ich die DT Swiss RR421 gewählt, die mit DT Swiss DD-Speichen aufgebaut werden. Der gesamte Laufradsatz soll irgendwo zwischen 1500 und 1600 g liegen – vermutlich halb so schwer wie der jetzige. (Damit verabschiede ich mich zwar vom Nabendynamo, jedoch nutze ich seit Jahren Akku-Lampen).

Bei der Reifenwahl bin ich noch nicht ganz schlüssig. Das grobe Stollenprofil der Smart Sams brauche ich nicht wirklich. Vermutlich wird es ein 40–42 mm breiter Gravelreifen wie der Conti Terra Trail. Der würde gut zu den neuen, schmaleren Felgen passen. Bei der Schlauchfrage bin ich ebenfalls noch unentschlossen und schwanke zwischen modernen TPU- und leichten Butylschläuchen.

neues cockpit

Seit 2017 fuhr ich einen ergonomischen Lenker von SQlab. Dieser lässt jedoch nur eine Griffposition zu, da er wie ein gedehntes „M“ designt ist. Schon früher war ich ein Fan von Lenkerhörnchen und wollte unbedingt wieder welche an meinem Rad haben.

Der Trend liegt aktuell ja bei Rädern mit Drop-Bars (Rennlenkern) oder extrem breiten Riser-Lenkern um die 800 mm. Heutzutage haben Mountainbikes breitere Lenker als Reiseenduro-Motorräder – den Sinn soll mir mal jemand erklären.
 
Im Keller hatte ich noch ein altes Corratec Superbow mit einem geraden, 560 mm breiten Flatbar. Der ist super und passt dank der 25,4-mm-Klemmung optisch hervorragend zu den schlanken Rohren des Stahlrahmens. Den Vorbau verkürze ich von 100 mm auf 70 mm und montiere diesen mit -7°, also umgedreht. Als Lenkergriffe entscheide ich mich für die Stubys von SQlab. Die sind zwar nicht besonders leicht, haben aber ein außergewöhnliches Barend-Design. Mit diesen Griffen hat man eine vergleichbare Griffposition wie am Oberlenker (den Hoods) eines Rennlenkers. Diese Kombination fahre ich nun schon mehrere hundert Kilometer und bin absolut begeistert.
 

weitere Pläne

Im Moment warte ich noch auf die Lieferung des neuen Laufradsatzes. Aber weitere Ideen, die ich mit Sicherheit umsetzen werde, reifen bereits in meinem Kopf. Zum einen wäre da meine veraltete Bremsanlage. Es ist eine 2017er Shimano SLX. Ich denke an einen Austausch gegen die aktuelle Magura MT4 mit langen 2-3-Finger-Hebeln und Matchmaker-Schellen. Damit könnte ich die Schalthebel direkt am Bremshebel montieren.

Außerdem möchte ich die schwarze Kassette mit dem roten Spider gegen eine aktuelle Deore XT samt Kette tauschen. In diesem Zuge denke ich darüber nach, in Zukunft mit einer gewachsten anstelle einer geölten Kette zu fahren. 

Die Sattelstütze, aktuell eine Syntace P6, könnte möglicherweise einer Thomson Masterpiece weichen. Aber das steht noch nicht fest.

Auch an den Tausch der Gabel habe ich schon gedacht, aber hier wird es knifflig: Zum einen habe ich einen geraden 1 1/8″-Gabelschaft, zum anderen wird der neue Laufradsatz mit Schnellspanner-Naben (QR) aufgebaut. Bisher konnte ich nur eine Carbongabel mit geradem Aluschaft, aber 12×100-mm-Steckachse finden. Diese wiegt um die 700 g, was vermutlich eine Halbierung des Gewichts meiner Starrstahlgabel wäre. Allerdings darf die Carbongabel maximal mit 160-mm-Bremsscheiben gefahren werden – momentan fahre ich vollkommen legal 180 mm. Die Novatec-Vorderradnabe könnte ich zwar problemlos auf das Steckachsensystem umrüsten, aber die kleinere Bremsscheibe lässt mich noch zögern.
 
Mal sehen, was die Zukunft noch so bringt. In diesem Sinne: Bis demnächst!